Benannt sind die „Oberuferer Weihnachtsspiele“ nach der Ortschaft Oberufer, auf einer Donauinsel nicht weit von der heutigen slowakischen Hauptstadt Bratislava entfernt. Dort wurden die spätmittelalterlichen Mysterienspiele über Generationen aufgeführt und Mitte des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt. Später gab Rudolf Steiner eine leicht überarbeitete Fassung der Stücke heraus, die Lehrer der vor etwas mehr als 100 Jahren gegründeten ersten Waldorfschule führten die Aufführungen als regelmäßige Veranstaltung ein.
Im Christgeburtsspiel wird die bekannte Weihnachtsgeschichte erzählt – im Erleben zwischen zwei Extremen: einerseits die ablehnende Haltung der Wirte, bei denen Maria und Josef keine Unterkunft finden, andererseits die herzliche Anteilnahme, mit der die Hirten in ihrer Verschiedenartigkeit das Jesuskind begrüßen.
Die Oberuferer Weihnachtsspiele waren ursprünglich im religiösen Brauchtum der Region ver-wurzelt, vermitteln aber auch heute noch gültige Bilder. Die Weihnachtsspiele enthalten viele Lieder, solo oder als Chor gesungen. Sie sind in Reimform und in einem donauschwäbischen Dialekt abgefasst. Dadurch wird der volksnahe Charakter der Stücke betont, zu dem auch der – trotz ernsthafter Handlung – teils etwas derbere Humor passt.
Dienstag, 16. Dezember 2025, 17:30 Uhr
Saalbau, Großer Saal